Erwerbslosenverein Tacheles - Informationen rund um SGB II, Sozialrecht, soziale Ausgrenzung und Gegenwehr

Tacheles Wuppertal Newsletter 23.09.2017

Erstellt am 23.09.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mal wieder Zeit für einen Wuppertal Newsletter.

Dieser zu folgenden Punkten:

1. Pressemitteilung des Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“:
Gewalttätiger AfD-Übergriff in Wuppertal und ein weiteres Lehrstück zum Thema Verbreitung von Fake-News

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Am 23.09. wurde die AfD Wuppertal an ihrem Infostand mit Kritik konfrontiert. Menschen hatten sich dort versammelt um gegen diese Partei zu demonstrieren, es wurden verschiedene Aktionen durchgeführt. Dies geschah unter den Augen der anwesenden PolizistInnen und von Seiten der AktivistInnen kam es zu keinen größeren Zwischenfällen. Nicht so aber von Seiten der AfD.

Der Infostand der AfD stand unter dem Motto "Unser Land, unsere Regeln". Dieses Motto wurde von Dr. Hartmut Beucker, im Vorstand der Wuppertaler AfD, Fachanwalt für Steuer- und Gesellschaftsrecht, Ex-Presbyter und Vizepräsident des Landesverbandes Nordrhein der DLRG so ausgelegt, dass er einen Passanten, der an den Stand der AfD trat, völlig unvermittelt angriff und ihn derart massiv vom Stand weg stieß, dass der Passant zu Boden fiel und mit einer Kopfverletzung und einem Schock ins Krankenhaus gebracht werden musste. Über den Grund hierfür können wir nur spekulieren: Der Passant trug ein rotes T-Shirt mit einem Aufdruck von Che Guevara, er hatte außerdem einen Kaffeebecher in der Hand. Anscheinend wurde dies von Herrn Beucker als so bedrohlich empfunden, dass er sich nicht mehr beherrschen konnte.

Nach diesem unglaublichen Vorgang, kochten die Emotionen hoch und es gab massive und laute Proteste gegen das aggressive Verhalten der AfD. Sprechchöre wurden gebildet und die Forderung gestellt, dass die AfD nach diesem Vorfall des Platzes verwiesen werden sollte. Die anwesende Polizei setzte das aber nicht durch.

Die AfD ist Meister im Verdrehen von Tatsachen, scheut selbstverständlich als Gruppe auch nicht davor zurück, sich dazu abzusprechen und rechtfertigten den Angriff von Herrn Beucker gegen den Passanten dann sehr schnell damit, dass der Passant ja seinen Kaffee über die Flyer hätte schütten wollen. Oder als weitere Variante: dass der Passant sich ja einfach hätte zu Boden fallen lassen. Der anwesende Bundestagskandidat der AfD Wuppertal, Dietmar Gedig, ging dann ohne jegliche Scham noch einen großen Schritt weiter und veröffentlichte einen Lügen-Beitrag auf Twitter und auf Facebook mit der Überschrift "Angriff von Linken auf AfD-Infostand in Wuppertal".

Dies ist ein weiteres Lehrstück zum Thema Verbreitung von Fake-News und dem Verhalten der AfD.  

„Dieser Vorgang macht einmal mehr deutlich, dass es sich bei der AfD um eine Partei handelt, die ihre Interessen mit allen Mitteln, auch mit Gewalt durchsetzen will und dabei auch vor offensichtlichen Lügen nicht zurück schreckt“, so Klaus Maier, für das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" in Wuppertal. 

Das Wuppertaler Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ fordert die Wuppertaler auf, am morgigen Wahlsonntag eben nicht die AfD zu wählen. Die AfD steht für Rassismus, für Fremdenfeindlichkeit, und völkisches Denken.

Dem kann sich Tacheles nur anschließen, keine Stimme für Rassisten!

Die PM gibt es hier: http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/tickerarchiv/d/n/2249/

 

2. Aktion: Letzter Freitag im Monat / am 29. September, 17 Uhr beim Tacheles, Rudolfstraße 125 in Unterbarmen, direkt an der Nordbahntrasse
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An jedem letzten Freitag im Monat wollen wir uns ab 17:00 Uhr treffen, um gemeinsam zu kochen und zu essen. Wer also Lust hat, für andere und mit anderen zu kochen, zu plaudern und natürlich zu essen, ist herzlich eingeladen mit zu machen. Gekocht und gegessen wird bei gutem Wetter draußen auf dem Bahnsteig, bei schlechtem Wetter in Gines Küche und im Café Tacheles. Die Lebensmittel dazu gibt´s von foodsharing Wuppertal. Wir kochen auf jeden Fall ein veganes Gericht, evtl. auch noch anderes, je nachdem, welche Lebensmittel wir ergattern.

Wir möchten Menschen zusammen bringen. Die, bei denen das Geld am Monatsende knapp ist genauso wie die, die mal sehen wollen, was man aus geretteten Lebensmitteln kochen kann oder die, die Interesse an einem Austausch haben, gerne mal neue Leute kennenlernen möchten oder zufällig am Loher Bahnhof vorbei kommen und einfach mitmachen.
Das Essen ist kostenlos.

Gegen den alltäglichen Konsumwahn und für ein nettes Miteinander!
Macht die Aktion bekannt, druckt bitte die Flyer aus und hängt sie auf.
Hier ein Flyer zum Download: http://wuppertal.tacheles-sozialhilfe.de/startseite/aktuelles/d/n/2230/

 Die Aktion läuft mit freundlicher Unterstützung von Tacheles e.V., foodsharing Wuppertal und "Wo Gine kocht".

3. Politischer Triathlon - Drei Veranstaltungen in Wuppertal
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Wir leben in krisenhaften Zeiten, Menschen werden zunehmend verunsichert, aber auch aktiv.

Die Basisinitiative Solidarität (BaSo) möchte mit anderen Initiativen, MitstreiterInnen,

Betroffenen und Interessierten die Verhältnisse und eigene Praxis reflektieren und lädt ein, sich

am Politischen Triathlon zu beteiligen. Zu allen Themen findet eine Diskussion statt!

+ Sonntag, den 5. November 2017: Rückblick auf G20 und KlimaCamp, Medien
+ Samstag, den 18. November 2017: Workshop zu Macht und Einfluss der Konzerne, wer regiert im Land - und was machen wir?
+ Samstag, den 2. Dezember 2017: Über den Tellerrand hinaus: Rechtsruck in Frankreich? Was

ist los in Brasilien und Venezuela – Linksregierungen am Ende?
Das Mobilisierungsflyer gibt es hier: http://wuppertal.tacheles-sozialhilfe.de/fa/redakteur/Wuppertal_Kommunales/EinlTriathlonPresse.pdf


4. Bürgerbudget: Projekt gegen Rassismus und Antisemitismus
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Wir möchten an der Stelle über ein unterstützenswertes Projekt informieren, welches eine Förderung im Bürgerbudget beantragt hat:
Projekt gegen Rassismus und Antisemitismus:  Seit Jahren ist zu beobachten, dass rechtsextreme Parteien und Organisationen in Wuppertal, insbesondere im Osten der Stadt, erstarken. Ganze Straßenzüge sind mit ihrer Propaganda zupflastert. Gewalttaten durch Rechtsextreme häufen sich. Bei der Landtagswahl 2017 hat die AfD im Osten der Stadt mit über 10% abgeschnitten, in Oberbarmen sind es gar 12,4%. In einzelnen Stimmbezirken schnitt die AfD mit 13 bis 15% ab. Zieht man NPD, Die Rechte und Republikaner hinzu, so kommt man dort, ins., auf 16 bis über 19% Stimmenanteil für Rechtsextreme. Vorschlag: Unter gem. Trägerschaft vom Verein zur Erforschung der Sozialen Bewegung W'tals, der Init. für Demokratie & Toleranz & der Alten Synagoge ein Aufklärungsprojekt über den Nationalsozialismus durchzuführen. Zeitzeugen wie Esther Bejarano sollten in Schulklassen gehen und berichten. Informationsveranstaltungen, die jedem offen stehen, sollten durchgeführt werden. Es sollten kostenlose Reisen in ehem. Konzentrationslager durchgeführt werden.

Die Projekte können jetzt abgestimmt werden, mehr dazu hier:  http://tinyurl.com/yd4ou2gm


5. Abschließend:

Bitte geht morgen wählen, jede abgegebene Stimme ist eine weniger für die AfD!

Das war es wieder mal für heute. 


 

Mit freundlichen Grüßen

 

Harald Thomé / Tacheles e.V.

 

 

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