Erwerbslosenverein Tacheles - Informationen rund um SGB II, Sozialrecht, soziale Ausgrenzung und Gegenwehr

Tacheles Wuppertal Newsletter 06.09.2018

Erstellt am 06.09.2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

unser heutiger Newsletter zu folgenden Punkten:

1.   Doku zum 16.Juni 2018 – Eine kritische Zusammenfassung zum Naziaufmarsch und dem Vorgehen der Polizei
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Am 16. Juni 2018 marschierten knapp 100 Neonazis durch Wuppertal-Oberbarmen und Barmen. Es war der Kern der militanten Neonazi-Szene in Nordrhein-Westfalen, der sich an diesem Tag in Wuppertal traf. Akustisch gestört wurden die Rechten zwar immer wieder von über 500 Antifaschist*innen, aufgehalten werden konnte der Aufmarsch allerdings nicht. Der Grund dafür war eine Polizeitaktik, durch deren teilweise brutale und unverhältnismäßige  Nulltoleranzstrategie es den Nazis ermöglicht wurde, sich auf der Straße auszubreiten. Das prominenteste Beispiel für den überzogenen Polizeieinsatz war sicherlich die Festnahme des Jobcenterleiters  Thomas Lenz. Der Fall Lenz wurde sogar im Landtag besprochen. Doch es gibt noch viele andere Punkte, die Fragen aufwerfen, wie beispielsweise das Konzept und der Einsatz der Polizei. Dieser Bericht versucht, die Ereignisse rund um den 16. Juni nachzuzeichnen, Schlaglichter auf einzelne Kritikpunkte zu werfen und das alles in einen größeren Kontext zu stellen. In ganz Deutschland gibt es derzeit einen Trend hin zu mehr Law-and-Order-Politik. 

Eine Veröffentlichung von  der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V. und Tacheles e.V., diese gibt es hier: https://tacheles-sozialhilfe.de/fa/redakteur/Wuppertal_Kommunales/Essay_16.06final.pdf


Nachtrag: Als am 16. Juni vor Ort ein Versammlungsleiter oder eine -leiterin für die Gegendemonstration gesucht wurde, hatte sich ein stadtbekannter Gewerkschaftler dazu bereit erklärt, die Versammlung am Berliner Platz anzumelden. Später hatte der Gewerkschafter dann Klage wegen unzulässigem Filmen der Polizei eingelegt. Nun hat die Polizei im Gegenzug Strafantrag zum Aufruf für eine nichtangemeldete Versammlung gestellt (in der Doku Seite 16/17).
Ergebnis: Die Polizei Wuppertal fährt fortgesetzt  eine Konfrontationspolitik gegen demokratische und antifaschistische Kräfte.

2. Tacheles sucht Unterstützung in der Beratung
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Wir vom Tacheles suchen Menschen die Lust haben, bei uns in die Beratungsarbeit dauerhafter einzusteigen und sich zu engagieren. Wir bieten Ehrenamtstätigkeit, ein tolles Team, eine fundierte Ausbildung und Schulung in der Sozialberatung, organisiertes Chaos und ganz viele Situationen in denen engagiertes Einschreiten notwendig ist.

Gerne können die Mitstreiter*innen vom Fach sein, ehemalige Verwaltungsmitarbeiter*innen, pensionierte Juristen*innen, Sozialarbeiter*innen und natürlich auch Nicht-Fach-Menschen, wie selbst Leistungsbezieher oder ehemalige die sich vorstellen können, solch eine Arbeit durchzuführen. Super wäre natürlich wenn ihr aus Wuppertal kämt, aber auch aus unmittelbaren Nachbarstädten wäre das auch möglich.

Wer Interesse hat, möge sich bitte bei info@tacheles-sozialhilfe.de     melden

Ferner könnten bei uns auch Dauerpraktikas von Studierenden durchgeführt werden.


3.   13. September: NRW-weite Demo  in Essen - WirSindMehr - Aufstehen gegen rechte Hetze
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Das Essener antifaschistische Bündnis ruft kommenden Donnerstag  zu einer NRW-weiten Wir sind mehr – Demo  in Essen auf. 

Nach einem bislang nicht aufgeklärten Mord demonstrieren seit Tagen Rechtsextreme, Nazis und rechte Hooligans in Chemnitz. Angefeuert von der "Alternative für Deutschland" und Hand in Hand mit Pegida hat sich ein Mob gebildet, der 26 Jahre nach den Pogromen von Rostock-Lichtenhagen wieder Menschen durch die Stadt jagt. Die Bilder der aggressiven Masse, die "Hitlergrüße", Aussagen wie "Unsere Parole heißt töten!", die Angriffe auf Journalist*innen beherrschen seit Tagen die Medien.

Dem stellen wir uns entgegen!

13. September, Essen, Willy-Brandt-Platz (am Hbf), 18:00 Uhr

Im Netz: https://essq.de/index.php/aufruf-wirsindmehr/

Besonders brisant ist jetzt noch, dass es am Wochenende von Neonazis einen gewalttätigen Übergriff gegen einen Politiker der Linkspartei und ein Flüchtling gegeben hat. Mehr dazu hier: https://tinyurl.com/ycgd4k82

Tacheles unterstützt die Demo ebenfalls, kommt massenhaft mit nach Essen.
Abfahrt Wuppertal Hbf, 17.13 Uhr mit der S 9, Gleis 5, Ankunft Essen: 18:00 Uhr


4.    Karawane Wuppertal - FESTIVAL DER SOLIDARITÄT - Samstag 8. September 2018 in Wuppertal
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20 Jahre Zusammenhalt gegen Abschiebung, Ausschluss, und Kriege

20 Jahre Kampf für Leben und Menschlichkeit

 

P R O G R A M M: 

16:00 Uhr - Eröffnung und Begrüßung

16:15 Uhr - Kämpfe gegen Deportation in NRW und bundesweit, was haben wir gelernt?

16:45 Uhr - Solidarität und Entschlossenheit als Mittel gegen Isolationslager

17:15 Uhr - Wir erkämpfen die Menschenrechte - der Kampf für Bewegungsfreiheit

18:00 Uhr - gemeinsames Abendessen auf dem Schusterplatz

19:00 Uhr - Möglichkeit des Austausches mit Aktivisten über Möglichkeiten des Widerstandes gegen Abschiebung, Residenzpflicht, Isolationslager, …

20:00 Uhr - Konzert mit Jamal's Rheinorchester

22:00 Uhr - Ende

 

Filmvorführungen und Diskussionen in unserem KARAWANE-lokal in der Marienstraße 52

18:30 Uhr „residenzpflicht“ ein Film von Denise Garcia Bergt über die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die selbstorganisierten Kämpfe von Flüchtlingen - 22:00 Uhr Überraschungsfilm

Weitere Infos: http://thecaravan.org/taxonomy/term/2

 

So das war es dann wieder für heute. 

Mit freundlichen Grüßen

Harald Thomé / Tacheles e.V.

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