Erwerbslosenverein Tacheles - Informationen rund um SGB II, Sozialrecht, soziale Ausgrenzung und Gegenwehr

Demo am 10.11. in Wuppertal: Für ein solidarisches Miteinander – Gemeinsam gegen rechte Hetze

Erstellt am 05.10.2018

 

„Es ist geschehen – folglich kann es wieder geschehen.“

 

 

Dieser Satz des italienischen Schriftstellers und Auschwitz-Überlebenden Primo Levi aus seinen Lebenserinnerungen ist immer aktuell geblieben.

Der 9. November ist ein Schicksalsdatum in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Neben anderen Ereignissen zu diesem Datum ist in diesem Jahr besonders an den 9. November 1918 zu erinnern. Mit dem Arbeiter- und Matrosenaufstand und dem Generalstreik wurde vor 100 Jahren zum Ende des 1. Weltkrieges beigetragen und durch diese Revolution brach das deutsche Kaiserreich zusammen.

Nie darf vergessen werden was in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 geschah.

Die vorausgegangene zunehmende Entrechtung mit fortgesetzter rassistischer Hetze gegen die jüdische Bevölkerung wurde in dieser Nacht der Auftakt zu ihrer gewaltsamen Verfolgung.

In dem von den Nazis „Reichskristallnacht“ genannten reichsweiten staatlich organisierten Pogrom wurden die Synagogen in Brand gesetzt, Geschäfte jüdischer Besitzer zerstört und geplündert und die jüdischen Menschen wurden gejagt, geschlagen und verhaftet.

Heute wissen wir, was geschah!

Und wir haben uns entschieden nicht zu vergessen und uns zu wehren, damit sich solche Zustände nicht wiederholen.

Wir wollen in einer solidarischen Gesellschaft leben.

Die Grundlagen dazu sind gefährdet.

  • Der zunehmende Sozialabbau vertieft die gesellschaftliche Spaltung immer offensichtlicher. Auf der anderen Seite steht ein zunehmend aufgeblähter Rüstungshaushalt. Die Bundeswehr ist seit Jahren in weltweiten Kriegseinsätzen beteiligt. Wenn von Fluchtursachen gesprochen wird, muss auch von den Kriegseinsätzen mit Beteiligung der Bundeswehr gesprochen werden!
  • Seit Jahren erleben wir, wie durch zunehmende sprachliche Verrohung, Hetze in den sozialen Medien rechte Gesinnung bis in die Mitte der Gesellschaft vordringt. Die offen rassistische Partei AfD bestimmt inzwischen die politischen Themen in diesem Land. Rechte Gewalt zieht spätestens seit 1980 eine Blutspur durch das Land.

Es ist unfassbar, wenn der Innenminister der Bundesrepublik Verständnis äußert zu den pogromartigen Aufmärschen der Nazis in Chemnitz.

Es ist unfassbar, wenn er mit zynischen Bemerkungen seine Freude über Abschiebungen äußert.

Es ist unfassbar, mit welch gleichgültiger Brutalität die Seenotrettung kriminalisiert wird.

Es ist unfassbar, wie rechte Gewalt durch die Politik, durch die Justiz, durch die zuständigen Ämter bagatellisiert wird.

 

Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen!
Wir wollen in einer solidarischen Gesellschaft friedlich und in Frieden leben!
Was geschehen ist, darf nie wieder geschehen!

Deswegen demonstrieren wir am 10. November für eine solidarische Gesellschaft und gegen rechte Hetze und Gewalt.

Treffpunkt: 13 Uhr Bahnhofsvorplatz Hauptbahnhof,  Wuppertal

Erstunterzeichner:

  • Bündnis Aufstehen gegen Rassismus NRW
  • Tacheles e.V.
  • Initiative Seebrücke Wuppertal
  • Remscheid gegen Rechts
  • Infoladen Wuppertal
  • Wuppertaler Bündnis gegen Nazis
  • Wuppertal – Kein Ort für Nazis!
  • DKP Wuppertal
  • Internationale Armin T. Wegner Gesellschaft e.V.
  • Ulrich Klan (Musiker, Komponist, Publizist, Pädagoge)
  • Piratenpartei Wuppertal
  • marx21 – Wuppertal
  • Olaf Wegner
  • Stefan Kottas


Hier jetzt einige organisatorische Punkte: 
Demo-Route (Änderungen vorbehalten): Hauptbahnhof (Auftaktkundgebung); über die Alte Freiheit, Poststraße, Kerstenplatz zum Neumarkt (evtl. Zwischenkundgebung); über den Willi-Brandt-Platz zur Begegnungsstätte Alte Synagoge (Zwischenkundgebung); über die Luisenstraße, um die Sophienkirche auf die Friedrich-Ebert-Straße zum Laurentiusplatz (evtl. Zwischenkundgebung); zum Platz an der Kasinostraße/Herzogstraße (evtl. Zwischenkundgebung); über die Herzogstraße, Turmhof, Burgstraße zum Kirchplatz (Abschlusskundgebung).

In der City-Kirche bieten wir noch Gelegenheit zum Austausch, zur Vernetzung und zur Diskussion. Wir wollen den Film „Wo der Himmel aufgeht“ zeigen. Er handelt von der Tournee von Esther Bejarano mit der Microphone Mafia in Kuba. Esther Bejarano hat das Vernichtungslager Auschwitz überlebt, weil es ihr möglich war, dort im Mädchenorchester Akkordeon spielen zu können. Dieses Orchester musste immer dann spielen, wenn die Arbeitskommandos aus-bzw. einrückten und auch wenn neue Transporte ankamen. Esther ist jetzt 93 Jahre alt und ist seit 10 Jahren zusammen mit der Microphone Mafia unterwegs. Die Gruppe war auch schon mehrmals in Wuppertal.

Vertrittst du eine Gruppierung (z.B. Verein, NGO oder Partei) oder bist du eine Person des öffentlichen Lebens und möchtest den Aufruf unterzeichnen, zu der Demo aufrufen und/oder eine Rede auf der Demo halten? Dann schicke bitte eine kurze Mail mit den Antworten auf folgende Fragen an noafd@sags-per-mail.de:

  • Möchtet ihr als Erstunterzeichner des Aufrufs genannt werden? (Einsendeschluss: 18.10. 12:00 Uhr – Danach könnt ihr nur noch online als Unterzeichner genannt werden)

    • Wenn Ja: Gebe bitte den vollständigen Namen an. Wenn der Name mehr als 50 Buchstaben umfasst, gib bitte zusätzlich einen abgekürzten Namen mit weniger als 50 Buchstaben an.
    • Wenn Ja: Wenn ihr eine Facebook-Seite habt, bitte den Namen oder URL angeben.

  • Was schätzt ihr, wie viele Teilnehmer ihr mobilisiert? (z.B. zwischen 10 und 25)
  • Wie viele Flyer mit dem Demo-Aufruf könnt ihr verteilen? (z.B. 100; gebt 0 an, wenn ihr keine Flyer verteilen möchtet)
  • Wem sollen wir Bescheid geben, wenn die Flyer fertig sind und abgeholt werden können? (Email-Adresse)
  • Möchtet ihr/möchtest du einen Redebeitrag beisteuern? (Redezeit max. 3 Minuten)

    • Wenn Ja: Nennt bitte den Namen der*s Redner*in (z.B. „Michele Muster (Beispiel e.V.)“)
    • Wenn Ja: Teile bitte die Themen mit, welche die Rede abdeckt, damit wir eine interessante Mischung der Redebeiträge planen können (Beispiele: „Migration, Flucht, Asyl, Flüchtlingshilfe, Seenotrettung, europäische Außengrenzen, Reichspogromnacht, Shoa, Rechtsruck, Arbeiter- und Matrosenaufstand, Solidarität mit Fliehenden/Geflüchteten, Solidarität mit Verfolgten, Solidarität mit Opfern rechter Hetze/Gewalt“, andere Themen, die zu der Demo passen, sind gerne gesehen)

Bei der Versammlungsbehörde sind für die Teilnehmer Banner, Fahnen, Transparente, Plakate und Flyer angemeldet. Flyer müssen mit einem ordnungsgemäßen Impressum im Sinne des § 8 Pressegesetz NRW versehen werden. Die Demo ist eine gemeinsame Veranstaltung eines breiten Bündnisses mit gleichberechtigten Partnern. Die Demo darf nicht von einer der teilnehmenden Organisationen oder Parteien dominiert werden. Haltet euch daher mit (Partei-)Symbolen etwas zurück und steckt eure Energie in kreative Plakate und Banner mit aufrüttelnden oder solidarischen Botschaften. Es ist nur die Lautsprecheranlage des Demo-Bündnisses angemeldet, daher dürfen keine weiteren Lautsprecher oder Megaphone verwendet werden. Erfahrungsgemäß gehen wir davon aus, dass folgende Auflagen ausgesprochen werden: „Tragestangen für Fahnen und Transparente dürfen eine Länge von 200 cm und einen Durchmesser von 3 cm nicht überschreiten und nur aus Weichholz oder Kunststoffleerrohr bestehen. Tragestangen aus Metall, Hartholz oder sonstigen bruchfesten Materialien sind verboten. Das Mitführen von Behältnissen aus Glas, Keramik oder Metall ist verboten. (also z.B. keine Glasflaschen oder Getränkedosen)“


Großes Vorbereitungstreffen: 

Wenn ihr euch an der Planung der Demo beteiligen möchtet, kommt zu unserem nächsten Planungstreffen am Donnerstag, den 18.10. um 19:00 Uhr

im Seminarraum Loherbahnhof Wuppertal (Tacheles), Rudolfstraße 125, 42285 Wuppertal.

Demoaufruf zum Download: Demoaufruf 10. Nov. Wuppertal

© Tacheles e.V. · Rudolfstr. 125 · 42285 Wuppertal · Tel: 0202 - 318441 · Fax: 0202 - 758 571 78